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Einkauf bleibt (noch) Besuchsmotiv Nr. 1
 

Wie entwickeln sich das Angebot und die Attraktivität der Innenstädte aus Sicht der Kunden und wer besucht die Citys? Diesen Fragen gehen die IHKs gemeinsam mit dem Institut für Handelsforschung aus Köln bereits seit 2014 regelmäßig auf den Grund. Alle 2 Jahre und damit bereits zum vierten Mal in Folge war die IHK Arnsberg im vergangenen Jahr mit dabei – diesmal mit den Städten Arnsberg-Neheim, Meschede, Brilon, Soest und Bad Sassendorf. Neheim war dabei erneut Klassenprimus bei den Kunden.

Bereits im September 2020 und damit schon vor rund einem Jahr fand die Befragung von mehr als 1200 Passanten in den zentralen Lagen der 5 Städte statt. Schon seit Februar liegen die Ergebnisse vor, wurden aber von der IHK bewusst noch nicht veröffentlicht, denn „es wäre wohl nur auf Kopfschütteln gestoßen, wenn wir seinerzeit in der härtesten Phase des Lockdowns das hohe Lied auf die vitalen Innenstädte gesungen hätten“, erläutert IHK-Geschäftsbereichsleiter Thomas Frye diese Entscheidung. Natürlich habe sich die IHK auch gefragt, ob die Ergebnisse als Momentaufnahme in der trügerischen Zeit des vergangenen Sommers heute überhaupt noch Aussagekraft hätten. Schließlich waren die Innenstädte zwischen November und Mai rund ein halbes Jahr verwaist. „In dieser Zeit haben sich noch mehr Kunden dem Online-Handel zugewandt. Gleichzeitig haben Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungswesen ihre Rücklagen aufgezehrt, um so ihre Existenz zu sichern“, sagt Stephan Britten, Handelsreferent der IHK. Viele Unternehmen seien daher unter schwierigen Vorzeichen neu gestartet. Von vitalen Innenstädten wie sie frühere Befragungen zu Tage gefördert hätten, sei man daher meist noch weit entfernt.

Trotz dieser komplett neuen Rahmenbedingungen halten es die IHK-Experten für lohnend, die Momentaufnahme des „schönen Spätsommers 2020“ zu analysieren. Schließlich war auch seinerzeit die Situation alles andere als normal. Es galt Masken- und Abstandspflicht vor und in Geschäften. Statt eines Unterhaltungsprogramms beschäftigten sich die Gäste von Restaurants und Cafés mit der schriftlichen Erfassung ihrer Kontaktdaten. Und trotzdem – oder gerade weil ein trügerischer Hauch von wiedergewonnener Freiheit durch die Innenstädte wehte – gaben die Besucher den Innenstädten überraschend gute Noten. Manches davon ist nach Einschätzung der IHK auf richtige Weichenstellungen der jüngeren Vergangenheit zurückzuführen. Gerade deshalb lohnt ein Blick auf die Detailergebnisse.

Brilon – eine erste Bestandsaufnahme: Erstmals bei der Befragung mit dabei war Brilon. Deshalb gibt es hier noch keinen Zeitreihenvergleich, sondern nur eine punktuelle Bestandsaufnahme. Die aber fällt insbesondere mit Blick auf das Einzelhandelsangebot (Note 2,2) durchweg positiv aus. Brilon punktet hier vor allem bei den zentralen Angeboten von Bekleidung, Schuhen und Lederwaren. Zu attraktiver Gastronomie (2,0) und Dienstleistungen gesellt sich das historische Ambiente des Stadtzentrums (2,4). Überraschend positiv sehen die Besucher auch die Erreichbarkeit und das Parkplatzangebot. Nur beim Erlebniswert, den Veranstaltungen und beim Freizeitangebot wünscht man sich noch mehr Anstrengungen.

Hauptmotiv Einkaufen: „Der klassische Einkaufsbummel ist weiterhin das Hauptmotiv für den Besuch von Innenstädten“, resümiert das Institut für Handelsforschung, das die Ergebnisse der vor Ort erhobenen Daten auswertete und verglich. Das gilt im Allgemeinen und im Speziellen auch für die Städte am Hellweg und im Sauerland und bei älteren mehr als bei jüngeren Besuchern“, ergänzt Thomas Frye. Dort wo überdurchschnittlich viele Befragte das Einkaufen als Haupt-Besuchsmotiv angaben, ist auch das Durchschnittsalter höher. Das gilt für Neheim genauso wie für Brilon, während in Soest und Meschede ein Motiv-Mix aus Gastronomie, Freizeit, Sightseeing und Ausbildung zu einem spürbar jüngeren Publikum in der Innenstadt beiträgt. Unverkennbar wird dieser Trend anhalten, verändert sich der Anlass, eine Innenstadt aufzusuchen, immer mehr weg vom Shopping hin zu Freizeitaktivitäten wie den Besuch von Kulturveranstaltungen und Events oder der Gastronomie.

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